Eröffnung des Gotthard-Basis-Tunnels

Mehr Bahnlärm für das Mittelrheintal

Brüssel/Mainz.
Mit der Eröffnung des Gotthard-Basistunnels in der Schweiz steigen die Sorgen, dass im Mittelrheintal der Bahnlärm weiter zunehmen wird. Der SPD Europaabgeordnete Norbert Neuser dazu: „Prognosen zufolge könnte sich auf dem Güterverkehrskorridor von den Nordseehäfen an die italienische Küste, der mitten durch das Mittelrheintal führt, die Fracht bis zum Jahr 2030 verdoppeln. Aber auch, wenn es nicht zu einer solch dramatischen Erhöhung kommen sollte, ist davon auszugehen, dass zukünftig noch mehr Güterzüge durch das enge Rheintal fahren werden und dadurch die Lärm- und Erschütterungsbelastung noch zunehmen wird.“

Es werden zwar seit einigen Jahren Maßnahmen zur Lärmminderung unternommen, wie z. B. der Bau von Lärmschutzwänden, aber entscheidend haben diese Maßnahmen bisher wenig gebracht. Deshalb geht es vorrangig darum, dass die Umrüstung der Güterwagen auf leise Bremsen forciert wird und sich die Bundesregierung auf Grundlage des derzeitigen Koalitionsvertrages auf europäischer Ebene für ein ab dem Jahr 2020 zu erlassendes EU-weites Einsatzverbot für laute Güterwagen einsetzt.

Norbert Neuser: „EU Kommissarin Violetta Bulc hat im vergangenen Jahr angekündigt, dass die EU-Kommission eine gesamteuropäische Lösung ab 2022 anstrebt. Ich unterstütze eine gesamteuropäische Lösung, aber die Vorgabe, dass nur noch lärmarme Güterwagen auf dem europäischen Schienennetz fahren dürfen, muss spätestens ab 2020 gelten. Auch im Hinblick auf das von der Schweiz bereits beschlossene Verbot der Durchfahrt von lauten Güterzügen ab 2020 ist eine Verschiebung nicht hinnehmbar.“

Weiterhin müssen wir am Mittelrhein dafür kämpfen, dass die geplante Alternativtrasse zur Entlastung des Mittelrheintals für den Schienengüterverkehr, im neuem Bundesverkehrswegeplan 2030 in die höchste Dringlichkeitsstufe „Vordringlicher Bedarf“ eingestuft wird.

„Der europäische Schienengüterverkehrskorridor von Rotterdam bis nach Genua muss in Deutschland leistungsfähiger und moderner werden. Der ständig wachsende Güterverkehr auf den Autobahnen sorgt nicht nur für Verdruss bei den Autofahrern durch mehr Staus. Er ist auch eine enorme Belastung für die Umwelt. Eine Verlagerung zu mehr Schienentransporten muss höchste Priorität haben. Dies geht aber nur, wenn die entsprechende Infrastruktur zur Verfügung steht“, so Norbert Neuser abschließend.
(01.06.2016)