Bundesligaklubs müssen für Menschenrechte eintreten

Winter-Trainingslager des FC Bayern in Katar endet

“Profi-Fußballvereine haben eine gesellschaftliche Vorbildfunktion“, so der entwicklungspolitische Sprecher der SPD im Europäischen Parlament, Norbert NEUSER. „Die meisten deutschen Klubs sind sich ihrer Verantwortung bewusst und haben ihre Winter-Trainingslager entsprechend ausgesucht. Viele Teams bereiteten sich dieses Jahr etwa in Spanien auf die Rückrunde vor. Andere Mannschaften scheinen sich allerdings bittererweise keine tiefen Gedanken über das Land ihres Wintertrainings zu machen.“

So reist beispielsweise der HSV nach Dubai, die größte Stadt im Land seines Trikotsponsors, der Fluggesellschaft Emirates. Auch der FC Red Bull Salzburg trainiert in Dubai. Eintracht Frankfurt hat sein Quartier in den Vereinigten Arabischen Emiraten bezogen. Deutschlands Vorzeigefußballclub, der FC Bayern München, hat erneut sein Winter-Trainingslager im Wüstenstaat Katar absolviert – zum siebten Mal in Folge und stets begleitet von heftiger Kritik, weil Menschenrechte in Katar wenig bis gar nicht beachtet werden. Der FC Bayern kehrt am Mittwoch, 11. Januar zurück – versprochen hatten die Offiziellen des Profiklubs, sich mit den Problemen in Katar auseinanderzusetzen.

„Bayern-Präsident Uli Hoeneß und der Vorstandsvorsitzende Karl-Heinz Rummenigge sollten der eigenen Anhängerschaft und der Öffentlichkeit jetzt endlich Ergebnisse ihrer Bemühungen um eine Verbesserung der Menschenrechtslage in Katar präsentieren“, so Norbert Neuser. “Besonders auf den Baustellen für die WM 2022 in Katar werden Arbeitern aus Bangladesch, Nepal oder Indien laut Amnesty International weiter ihre Pässe abgenommen. Arbeitsagenturen kassieren hohe Vermittlungsgebühren, so dass sich Migranten hoch verschulden müssen, bevor sie überhaupt anfangen können zu arbeiten. Der FC Bayern und die anderen Bundesligaklubs, die in Staaten mit kritischer Menschenrechtslage trainieren, müssen vor Ort hinter die Kulissen blicken und bei ihren Gastgebern nachfragen, um als populäre und renommierte Vereine auf Verbesserungen der Menschenrechts- und Arbeitsbedingungen zu drängen.”
(11.01.2017)