Brüssel/Mainz. „Im Katastrophenfall Beirut stellt die EU für die betroffenen Menschen zügig und unbürokratisch Nothilfe bereit“, so Norbert Neuser, SPD-Europaabgeordneter aus Rheinland-Pfalz. „In einem ersten Schritt stellt die EU 100 Rettungskräfte zur Verfügung, um Vermisste zwischen den Trümmern zu finden. Die EU bietet dem Libanon spezialisierte Teams an, um chemische, biologische oder nukleare Stoffe aufzuspüren und womöglich zu beseitigen. Militär soll Verletzte per Schiff oder Helikopter evakuieren. Das Satellitensystem Copernicus trägt dazu bei, das Ausmaß der Schäden zu bemessen.“

„33 Millionen Euro konnte die Europäische Kommission direkt mobilisieren. Weitere 30 Millionen Euro hat die EU im Rahmen der gestrigen Geberkonferenz bewilligt. Auf diese Weise soll unter anderem das libanesische Rote Kreuz unterstützt werden, um die Verletzten medizinisch zu versorgen. Das Kinderhilfswerk UNICEF, das bereits vor Ort ist, wird ebenfalls ausgestattet, um den Jüngsten in der Not beizustehen“, erklärt Norbert Neuser, in seiner Funktion als ständiger Berichterstatter für Humanitäre Hilfe.

Dies können nur allererste Unterstützungsangebote sein. Die Menschen im Libanon kämpfen jetzt, um über 5000 Verletzte zu versorgen. Sie haben Familienangehörige verloren. Das Welternährungsprogramm (WFP) der Vereinten Nationen verteilt die ersten Nahrungsmittelpakete an Familien, die sich derzeit nicht anders versorgen können und wird auf EU-Mittel angewiesen sein, um diese Unterstützung weiterhin angemessen leisten zu können. Hinzu kommt die zerstörte Infrastruktur, darunter der Hafen, der für die Versorgung unabdingbar ist. 300 000 Menschen, darunter 80 000 Kinder, haben in wenigen Augenblicken ihr Zuhause verloren. Die EU wird auch hier ihren Unterstützungsbeitrag über einen langen Zeitraum leisten müssen.

Norbert Neuser abschließend: „Wir dürfen bei all dem Leid der Beiruter Bevölkerung nicht vergessen, dass der Libanon seit 2011 mehrere Millionen Flüchtlinge, insbesondere aus Syrien, aufgenommen hat“, erinnert Norbert Neuser. „Auch diejenigen, die schon einmal fast alles verloren haben, stehen, wenn sie in Beirut leben vor dem nichts, oder sie werden angesichts steigender Lebensmittelpreise es schwer haben, sich zu versorgen, wenn sie in anderen Landesteilen untergebracht sind. Die EU Mitgliedsstaaten sind gefordert, auch diesen Menschen in ihrer ohnehin prekären Lage zu helfen.“