Brüssel/Boppard. Bei dem sich kürzlich im Mittelrheintal bei Kestert ereigneten massiven Felsrutsch ist die Mittelrheinregion an einer Katastrophe nur knapp vorbeigeschrammt. Die Güterstrecke links und rechts entlang des Rheins ist die am stärksten befahrene Schienenstrecke in ganz Europa. Der SPD Europaabgeordnete Norbert Neuser: „Der aktuelle massive Felsrutsch, bei dem glücklicherweise niemand zu Schaden kam, hat wieder deutlich gemacht, dass das Mittelrheintal für den massiven Schienengüterverkehr absolut nicht geeignet ist.“

Täglich fahren hunderte Güterzüge, davon viele mit Gefahrgut, links- und rechtsrheinisch durch das enge Mittelrheintal mit hoher Geschwindigkeit. Neben dem massiven Lärmproblem kommt zunehmend auch noch erschwerend hinzu, dass aufgrund der hohen Tonnagen in den teilweise sehr großen Güterwaggons die Erschütterungen stark zugenommen haben. Norbert Neuser: „Mir wurde von Bahnanliegern berichtet, dass die Erschütterungen durch die tonnenschweren Güterwaggons massiv zugenommen haben. Insoweit ist nicht auszuschließen, dass die Erschütterungen durch die Güterzüge ihren Anteil am Felsrutsch bei Kestert haben.“

Das Befahren der Mittelrheinstrecke durch die vielen Güterzüge mit hohen Geschwindigkeiten im engen Mittelrheintal stellt eine sehr hohe Belastung für die Anwohner im gesamten Mittelrheintal dar. Seit Jahren wird der Bau einer Alternativtrasse durch den Taunus und Westerwald gefordert. Norbert Neuser: „Ich denke, wir sind uns insbesondere im Hinblick auf die Auswirkungen des Klimawandels alle einig, dass mehr Güter von der Straße auf die Schiene müssen. Die Europäische Union fördert deshalb im Rahmen des Programms „Connecting Europe Facility“ verstärkt Infrastrukturinvestitionen in Europa. Der Großteil des EU-Geldes mit rund 1,6 Mrd. EURO soll in die Eisenbahninfrastruktur fließen. Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer muss endlich die Alternativtrasse durch den Taunus und Westerwald konkret in Angriff nehmen. EU-Gelder dafür stehen bereit. Scheuer hat bisher versäumt, diese Gelder abzurufen.“