Welt-Aids-Tag 2019 – Risikobewusstsein für die Krankheit weiter erhöhen

„Die Übertragung des HI-Virus ist nach wie vor ein besorgniserregendes Problem. Bei fast 160.000 Menschen wurden im Jahr 2017 eine Infektion mit HIV diagnostiziert. Dies ist leider erneut die höchste Rate, die je für ein Jahr gemeldet wurde“, sagt Tiemo Wölken, Mitglied im Gesundheitsausschuss des Europäischen Parlaments und gesundheitspolitischer Sprecher der SPD-Europa.

Im Vorfeld des Weltaidstags am Samstag, 1. Dezember 2018, erinnern die Europaabgeordneten Tiemo Wölken, und Norbert Neuser, entwicklungspolitischer Sprecher der sozialdemokratischen Fraktion an die globale Herausforderung, die der Kampf gegen HIV darstellt.

Laut neustem Bericht der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und des Europäischen Zentrums für die Prävention und Kontrolle von Krankheiten (ECDC) wurden in den letzten drei Jahrzehnten über 2,3 Millionen Menschen mit HIV in der Europäischen Region der WHO diagnostiziert und gemeldet. Darunter befinden sich mehr als 650.000 Menschen in der Europäischen Union beziehungsweise im Europäischen Wirtschaftsraum. „Trotz der erschreckenden Statistiken hat sich die Lebenserwartung von Menschen mit HIV insgesamt erheblich verbessert: An Aids müssen Menschen nicht mehr sterben! Weltweit erhalten zwei Drittel der Infizierten Medikamente, die HIV in Schach halten. Unser Ziel muss es sein, dass alle Betroffenen, egal ob sie in Berlin, Odessa oder einem Ort in Swasiland leben, die Chance bekommen, ein normales Leben mit dem Virus zu führen“, so Norbert Neuser.

„Die EU-Mitgliedstaaten müssen das Risikobewusstsein für die Krankheit weiter erhöhen. Es ist ein großes Problem, dass HIV häufig erst sehr spät diagnostiziert wird oder die Betroffenen sogar bis ins hohe Alter nichts von ihrer Krankheit wissen. Je früher eine HIV-Infektion erkannt wird, desto besser können die Betroffenen behandelt werden“, so WÖLKEN. „Darüber hinaus müssen wir mit Bildungsprojekten Ängste und Unsicherheiten im Umgang mit HIV-infizierten Menschen weiter abbauen. Die Menschen, die Trost und Unterstützung am Nötigsten haben, werden oft von der Gemeinschaft ausgegrenzt. Leider vermeiden potenziell Infizierte aus Furcht einen Test, der ihnen Gewissheit geben würde. Solidarität statt Stigmatisierung muss die Devise einer Politik für die Bekämpfung europa- und weltweit sein“, so NEUSER.