SPD Europapolitiker auf UN-Entwicklungsgipfel in Nairobi

Sexualaufklärung, Empfängnisverhütung und Familienplanung sind für die Entwicklung von Ländern mitentscheidend. Darum geht es auf der Weltbevölkerungskonferenz der Vereinten Nationen in Kenias Hauptstadt Nairobi.

„Noch immer bekommen Frauen und Mädchen in Entwicklungsländern früher und mehr Kinder, als sie sich wünschen. Es fehlt an Aufklärung und Zugang zu Verhütungsmitteln, aber auch fehlende Gleichberechtigung ist eine wichtige Ursache“, so Norbert NEUSER, Vizevorsitzender im Entwicklungsausschuss des Europäischen Parlaments, in Nairobi vor Ort. „Jede Frau weltweit sollte das auf eine selbstbestimmte Familienplanung haben. Das kommt ihr und ihrer Familie zu Gute. Hinzu kommt, dass selbst das teilweise beachtliche Wirtschaftswachstum in einigen Entwicklungsländern nicht ausreicht, um mit den Bedürfnissen der nachfolgenden geburtenstarken Jahrgänge mitzuhalten. Das selbstverständliche Recht von Frauen, selbst über ihre Gesundheit zu bestimmen und so die Möglichkeit einer qualifizierenden Ausbildung und wirtschaftlichen Teilhabe zu bekommen, unterstützt damit Entwicklungschancen in Ländern, die diese dringend benötigen und verdienen.“

Einen Meilenstein für die Selbstbestimmung von Frauen und Mädchen setzte vor 25 Jahren die Weltbevölkerungskonferenz der Vereinten Nationen in Kairo: 179 Staaten unterzeichneten 1994 den Aktionsplan für die reproduktive Gesundheit und das Recht auf Selbstbestimmung von Frauen und Mädchen, etwa das Recht auf eine selbstbestimmte Familienplanung.

Vieles hat sich seitdem verbessert. So haben laut den Vereinten Nationen mittlerweile 25 Prozent mehr Frauen und Mädchen Zugang zu Verhütungsmitteln. Es kam zu einem Rückgang von Teenagerschwangerschaften. Die Müttersterblichkeit ist gesunken. Doch nicht überall können Frauen von ihren Rechten gleichermaßen Gebrauch machen. Hunderte Millionen von Frauen haben auch heute keinen Zugang zu modernen Verhütungsmitteln.