Boppard. Im Rahmen eines Besuchs auf LKW-Rastplätzen an der A61 hat sich der SPD-Europaabgeordnete Norbert Neuser gemeinsam mit Vertretern der SPD Rhein-Hunsrück-Kreis in Gesprächen mit Fahrern aus Rumänien, Weißrussland, Schweden, Polen, Tschechien über die Arbeits- und Lebensbedingungen informiert. Dabei ging es hauptsächlich um die wochen- und monatelange Abwesenheit von Familien und Zuhause sowie um erhöhten Alkoholkonsum an arbeitsfreien Wochenenden, der zwangsläufig Ausdruck dieser inhumanen Arbeitsbedingungen ist. Betroffen sind laut Forschungsdienst des Europäischen Parlaments 3,6 Millionen LKW-Fahrer.

Norbert Neuser: „Täglich werden Millionen von Waren in Europa von A nach B transportiert. Es ist jedoch ein allgegenwärtiges Problem, dass überall in Europa Fahrerinnen und Fahrer in der Speditionsbranche fehlen. Das liegt zu großen Teilen daran, dass dieser Beruf unter sehr schlechten Arbeitsbedingungen leidet. Die LKW Fahrer in Europa sind zu den modernen Nomaden geworden“.

Von Sonntagmorgen 0 bis 22 Uhr herrscht auf Deutschlands Autobahnen Sonntagsfahrverbot für Lastkraftwagen über 7,5 Tonnen. Ausgenommen davon sind Kühl- und Sondertransporte. Jedoch stellt die Suche nach einer passenden Unterkunft, wo Fernfahrer ihre  LKW`s  parken können, um in den Genuss von Hotelbett und Dusche zu kommen, ein Problem dar. Norbert Neuser: „Die Arbeitsbedingungen auf Europas Autobahnen müssen besser werden. Wir wollen eine einheitliche Regelung haben und Dumpinglöhne vermeiden“.

Die sonntäglichen Alkoholkontrollen bei LKW-Fahrern auf Rastplätzen weisen auf ein weiteres Problem, gerade an Wochenenden, hin. Der Bundesverband Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL) e.V. setzt sich für regelmäßige Alkoholkontrollen ein und unterstützt den Vorschlag der EU-Verkehrsminister, für LKW-Fahrer eine Heimkehrpflicht nach spätestens vier Wochen Einsatzzeit im EU-Mobilitätspaket festzuschreiben. Nach monatelangem Ringen um das Mobilitätspaket konnte sich eine Mehrheit unter Führung der SPD im Europäischen Parlament durchsetzen. Darüber hinaus sollen mit den neuen Regeln auch Briefkastenfirmen in der Logistikbranche bekämpft und das Nomadentum auf Europas Straßen beendet werden. Norbert Neuser und die Vertreter der SPD Rhein-Hunsrück: „Das Europäische Parlament hat einen wichtigen Schritt hin zu einem geordneten und vor allem humaneren Transportsektor unternommen: Künftig sollen Fahrer vom Prinzip ‚gleicher Lohn für gleiche Arbeit am gleichen Ort‘ in der Europäischen Union profitieren“.


Mit den LKW Fahrern unterhielten sich v.l.n.r.: Dietmar Tuldi, Norbert Neuser,
Klaus-Peter Müssig, Claudia Gutenberger und Umut Kurt