Coronakrise verschärft die Situation in Entwicklungsländern

Brüssel/Boppard. “Die EU wird in Zukunft wesentlich mehr Geld für humanitäre Hilfe bereitstellen”, berichtet Norbert Neuser, SPD-Europaabgeordneter aus Rheinland-Pfalz. “Schon vor der Coronakrise war der finanzielle Bedarf sehr groß. Inzwischen ist klar, dass die humanitären Bedürfnisse auf absehbare Zeit weltweit weiter steigen werden”, befürchtet Neuser, der ständige Berichterstatter für humanitäre Hilfe des Europaparlaments.

Jetzt hat der für humanitäre Hilfe zuständige EU-Kommissar Lenarcic seine Vorstellung von den dafür vorgesehenen Mitteln in der neuen mehrjährigen Finanzplanung der EU dargelegt. Für die Jahre 2021 bis 2027 fordert die EU-Kommission eine Erhöhung auf rund 15 Milliarden Euro.

Norbert Neuser unterstützt diese Erhöhung ausdrücklich: “Schon Ende 2019 vor der Coronakrise hat die UN vorausberechnet, dass dieses Jahr 170 Millionen Menschen auf humanitäre Hilfe angewiesen sein werden. 2018 waren es noch knapp 140 Millionen und im Jahr 2022 könnten es über 210 Millionen Bedürftige sein. Die weltweite Coronakrise wird diesen negativen Trend noch verschlimmern. Alleine durch die beginnende Wirtschaftskrise fallen in Entwicklungsländern ohne ausreichende Sozialsysteme dringend benötigte Einkommen weg. Kriege, Konflikte und Heuschreckenplagen sind auch nicht überwunden und der Klimawandel wird sich verstärken. Es ist gut, dass die EU-Kommission darauf mit mehr planbaren Finanzmitteln für die humanitäre Hilfe reagiert.”