Norbert Neuser setzt auf den Fußball

Mit der Stiftung „Kick for Help“ möchte der Bopparder Europapolitiker die integrative Kraft des Sports nutzen

Sport dient dem Frieden, der weltumspannende Fußballsport ganz besonders. Wer sich miteinander sportlich misst, schießt nicht aufeinander. Binsenweisheiten zwar, aber dennoch Aussagen, deren Richtigkeit sich schon häufiger bewahrheitet haben. Den völkerverbindenden und gemeinschaftsfördernden Fußballsport möchte der Europapolitiker Norbert Neuser, selbst passionierter Fußballer, für die Förderung benachteiligter Kinder und die Persönlichkeitsentwicklung junger Menschen weltweit nutzen. Dazu gründet der 69-jährige Bopparder die Stiftung „Kick for Help“.

Im Spätjahr soll die Stiftung mit Sitz in Boppard ihre Arbeit aufnehmen. Derzeit laufen die rechtlichen und organisatorischen Vorbereitungen für die Gründung der Stiftung. Wir sprachen mit dem SPD-Politiker über die Beweggründe und die Absichten, die er mit der „Norbert-Neuser-Stiftung“, so der Namenszusatz, verfolgt. Neuser muss nicht bei Null anfangen, wenn es darum geht, die Stiftungsziele zu formulieren. In seinem Buch „Sport für Frieden und Völkerfreundschaft“ beschreiben er selbst und namhafte Autoren die integrative Kraft des Fußballsports an konkreten Beispielen. Da berichtet beispielsweise Lea Ackermann vom 2010 von Solwodi ins Leben gerufenen Projekt „Ladies Sports Association“ in Afrika, das das Motto „Verändere Dein Leben durch Sport“ auf die Fahnen geschrieben hat.

Es ist aber auch dem persönlichen, beruflichen und politischen Werdegang Neusers geschuldet, dass der Fußball eine so große Rolle spielt. „Fußball ist mein Ding“ formuliert er im Gespräch mit unserer Zeitung seine Passion. So gehörte er über zehn Jahre als aktiver Spieler beim SSV Boppard zu den Stützen der Mannschaft und führte später den Verein. Zudem hat Neuser als Sportlehrer und später als Schulleiter in Boppard die Erfahrung gemacht, in welch hohem Maße der Sport in den 90er-Jahren geholfen hat, die Aussiedlerkinder zu integrieren. Heute ist Neuser Vizepräsident des Fußballverbandes Rheinland und in dieser Funktion für die Integration von Flüchtlingen zuständig. „Das schwingt alles mit rein“, beschreibt der Politiker seine Motivation, eine Stiftung zu gründen, die mit dem Fußball zu tun hat. Aber vor allem die „Erfahrungen aus der Entwicklungszusammenarbeit haben mich bewogen, diese Stiftung zu gründen“, sagt Neuser und formuliert diesen Gedanken auch in der Präambel der Satzung.

Dort wird zudem die herausragende Eigenschaft des Fußballsports, Persönlichkeit zu bilden und zu entwickeln, betont. Die integrative Kraft des Sports trage dazu bei, „Barrieren, Vorurteile und vorhandene Konflikte zu überwinden, Benachteiligungen aufzuheben und zu beseitigen“, wie es in der Präambel weiter heißt. Als Stiftungszweck nennt die Satzung die Förderung von Sportprojekten für benachteiligte Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene – besonders in den Entwicklungsländern. Dabei verfolge die Stiftung ihre Ziele durch die Förderung von Schul- und Vereinsprojekten sowie die Unterstützung internationaler Begegnungen von jungen Sportlern. Um die Stiftung bekannt zu machen, plant Neuser für den Herbst eine Auftaktveranstaltung am Stiftungssitz in Boppard.

Zehn namhafte Persönlichkeiten fürs Kuratorium

Namhafte Persönlichkeiten aus der Region und darüber hinaus, aus Politik, Gesellschaft und Sport konnte Norbert Neuser für das Kuratorium seiner Stiftung „Kick for Help“ gewinnen. Fest zugesagt haben: Bundesjustizministerin Katarina Barley, der rheinland-pfälzische Innen- und Sportminister Roger Lewentz, Solwodi-Gründerin Schwester Lea Ackermann, die ehemalige Loreley Theresa Lambrich, ferner der Musiker und Sänger Django Reinhard, der ehemalige rheinland-pfälzische Ministerpräsident Rudolf Scharping, zugleich Präsident des Bundes Deutscher Radfahrer, ferner Wolfgang Nass, Mitglied des Vorstandes der Kreissparkasse Rhein-Hunsrück. Hinzu kommen drei namhafte Persönlichkeiten aus dem Bereich Sport: Celia Sasic, 111-fache Frauen-Fußball-Nationalspielerin und Europas Fußballerin des Jahres 2015, der Fußballprofi Neven Subotic, zweifacher deutscher Fußballmeister mit Borussia Dortmund und Bogdan Wenta, Mitglied des EU-Parlaments aus Polen, ehemaliger Handballprofi und 235-facher Nationalspieler für Polen und Deutschland.

Bericht vom Redakteur Wolfgang Wendling der Rhein-Hunsrück-Zeitung – abgedruckt am 29.06.2018